Prof. Dr. Ljubomir Madjar über aktuelle Probleme der Elektrowirtschaft Serbiens, Katastrophale Politik der niedrigen Preise

2. June 2013. / News Serbia Energy

Eine radikale Wendung in der Politik von Strompreisen und ein wesentlichen Fortschritt in der Professionalisierung der Managementstruktur sind die grössten und ersten in der Hierarchie der erwünschten Angriffe in der „Elektrowirtschaft Serbiens“. – Die Politik vom billigeren Strom ist einer der grössten, unter vielen anderen ökonomisch-politischen Misserfolgen dieses Landes. – Ob EPS das wertvollste staatliche Unternehmen ist, werden diejenigen wissen, die Gelegenheit haben, in ihre Buchhaltung nachzusehen.

Es gibt kein geerbtes wirtschaftliches Unternehmen aus der vorherigen selbstverwalteten Zeit, ohne dass sie gründliche Reorganisation braucht, jedoch unter Bedingung, dass auch dieser radikaler Angriff behilflich sein könnte.

Die „Elektrowirtschaft Serbiens“ müsste, zum Unterschied der anderen Firmen, überleben, weil ohne sie, für uns auch, kein Leben gibt. Die Reorganisation ist für die weitere Perspektive sehr wichtig, und deswegen unvermeindlich, jedoch ist sie weit davon die wichichste Rolle zu spielen. Sie gehört auch nicht zu dem am dringsten zu lösenden Problem – sagte für unsere Zeitschrift Prof. Dr. Ljubomir Madjar, indem er auf die Fragen antwortet– Im welchen Masse und warum EPS Reoraganisation braucht? Was alles darauf hinweist? Ist EPS reif für eine gründliche Reorganisation, und nicht nur innerhalb sich selbst, sondern auch im Sinne vom Eigentum?

Gibt es Prioritäten in diesem wichtigen und unvermeindlichen Geschäft?

Als Prioritäten sehe ich zwei folgenden  Angriffe. Erstens, EPS sollte man von der Parteischlinge befreien, sie aus der Organisationsgruppe auszuziehen, die eine Wählenbeute der poliitischen Parteien darstellt, und erst dann sie, als voll befreit, folgerichtig zu professionalisieren. Es ist recht, die politisch aufgestellte Personen – wenn es solche gibt, und was auch gründlich zu prüfen ist – mit den höchst kompetenten professionellen Fachmänner zu ersetzen. Zweitens, was wichtiger als erstens ist, den Strompreis gründlich zu erhöhen. Sowohl  Medieen als auch professionelle Publikationen sind voll von Informationen über besonders niedrigen Strompreis in Serbien. Politik vom billigen Strom ist ein der schlechtesten Misserfolg in der reichen ökonomisch-politischen Misserfolgliste dieses Landes. Mit der werden  die Haushalte subventioniert, und anstatt eine solche Subvention, als mögliche Hilfe, sozial-politische Sache sein sollte. Mit unvernünftig billigem Strom werden alle, sogar die wohlstehendsten Bürger subventioniert. Die Wohlstehender  haben sogar mehr davon, d.h. von unokönomisch aufgestellten Preisen, weil sie grössere Verbraucher sind. Eine radikale Wendung in der Politik der Strompreisaufstellung und ein wesentlicher Fortschritt in der Professionalisierung der Managingstruktur sind die höchsten und ersten in der Hierarchie von erwünschten Angriffen in diesem Sektor.

Bedeutet das auch die Änderungen in der Eigentumsstruktur des Unternehmens?

Mit der Änderung der Eigentumsstruktur durch Privatisierung, oder Kapitalerhöhung stehen die Sache anders, und sie können nicht in absehbarer Zeit wesentlich geändert werden. Die Ursache davon ist die bisherige oportunistische Politik der Bevölkerungssubvention auf EPS Kosten, was zu Finanzproblemen dieser Firma führte, so ist die Frage, wie gross ist ihr ökonomischer Wert, wenn es ihn überhaupt gebe. Für die Firma „Srbijagas“ ist bekannt, dass sie durch solhe unökonomische Verkaufspreise Kapitalerhöhung hatte, und man vermutet sie ist schon insolvent, und deren Kapital wahrscheinlich negativ. EPS-Wert ist viel weniger als man in der weiteren Öffentlichkeit und sogar in den Fachkreisen behauptet.

Ist Übergang zu den geschlossenen Aktiengesellschaften eine gute Lösung, oder sollte man eine Art der Privatisierung durchführen?

Mit Privatisierung von EPS würde der gleichen Fall, d.h. wie mit der Firma „Sartrid“, die vor zehn Jahren privatisiert wurde, und deren ziemlich aufgehäufte Schulden vom Staat aufgenommen waren, und erst danach als „frei“ konnte sie verkauft werden. Nun ist es bekannt, wie unsere Finanzen stehen, und unter dieser am zerreissender Rande befindlichen Spannung dürfte (könnte?) eine solche Last nicht übernommen werden.

Der Strompreis ist einer der Faktoren, der Business beeinflüsst, jedoch sind mit dem Preis die qualitätive Wirtschaftsfaktoren nicht ausgeschlossen. Kann man also mit dem höheren Preis von 10, 12 Prozent oder mehr, alle Probleme von EPS lösen, oder muss man noch etwas verwenden, was Produktivität, Effizienz, Rationalität und Sparen heisst?

Es gibt einen Preis, der EPS rentabel auf vorläufigem Basis machen könnte,  jedoch ist die Frage, ob man in der Regierung genug Willen und Courage zu diesem peinlichen und unpopulären Schritt  hat. Jedoch gibt es keinen Preis, der vorläufige Rentabilität und auch Deckung der aufgehäuften Schulden versichern könnte. Das müsste mit grossen, drastischen Angriffen ausser EPS gelöst werden, weil die alten Fehler (viele zehnjährige durch Buchung geschleppte Verluste) auch mit den politischen Entschlüssen ausser dieser Firma gemacht wurden. Für Produktivität und andere Indikatoren der Effizienz gibt es immer Raum, aber man soll nicht viel Hoffnung darauf liegen. Wenn ein grosser Gewinn auf diese Weise möglich wäre, wäre es schon da. Man würde nicht auf diese wertvollen Verbesserungen von einer Analytikersempfehlung kommen lassen, als ob man, ohne diese „Empfehlung“, nicht wüsste, dass Effizienzerhöhung erwünscht ist.

Kann EPS allein diese Änderungen, aufgrund Erfahrungen der ähnlichen Firmen durchführen, oder ist es doch grössere Unterstützung vom Staat notwendig, die noch nicht weiss, was er mit ihrem wertvollsten Unternehmen tun soll?

Ob EPS ein wertvollsten staatlichen Unternehmen ist, werden diejenigen wissen, die Gelegenheit haben den Einblick in EPS-Geschäftsbücher zu machen. Diese Arbeit kann manche unangenehme Überraschungen bringen. Wie auch das Ergebnis von dieser analytischen  Arbeit sei, ist es sicher, dass EPS grosse Probleme hat, und dass sie allein ihre Bilanzen reinigen, und vom Staat rücksichtslos belasteten zehnjärigen Verlusste bedecken kann. Allein kann er nicht zur Konsolidation kommen, und gemäss des vorläufigen Budgetzustands und der erschreckenden Verschlechterungstendenzen, ist es schwer zu sehen, ob Staat in diesem Falle etwas radikales tun könnte. Es gibt aber keine andere Lösung, „tertium non datur“. Das wirkt als Vorausage für einen Weltuntergang, der jedoch nicht kommen wird. Das muss irgendwie gelöst werden, aber aus dieser Perspektive gibt es keine Antwort.

Ihrer Meinung nach, welche Reihenfolge der Aktivitäten für die Einführung der EPS in den respektablen Firmen, wie zum Beispiel der tschechischen CEZ, notwendig würde? Ist die Lösung irgendeine Verkörperschaftung, über die man noch weniger weiss?

Über manche konkreten Schritte an der Linie der Reorganisation und Änderung vom Rechtstatus ist zu früh zu sprechen. Bis man Politik der Preise ändert und Basis für normales Geschäht dieser Firma, gibt es weder Möglichkeit noch Notwendigkeit für die Betrachtung einiger technischen, und der Implikation nach, auch für diese wenig weitreichenden  Fragen.

In diesem Zusammenhang erwähnt man oft Einführung der professionellen Managers in die Öffentlichen Unternehmen, sowie in EPS. Ist das real bei uns, wenn Staat, als Hauptchef, noch keine Richtung für die Regulierung von EPS und anderen öffentlichen Unternehmen weiss?

Professionalisierung der Managementsstruktur ist erwünscht und notwendig, jedoch weniger wahrscheinlich. Die Ursache liegt nicht darin, dass die Regierung auf diesem Plan nicht weiss, was zu tun ist, sondern umgekehrt. Die Regierung weiss genau, wie EPS für ihre Ziele auszunutzen, aber gleichzeitige gegenseitige Interesse für die Regierung, EPS und die gesamte Gesellschaft gibt es nicht.

Der Plan ist, größere Investitionen in den Erschließung neuer Bergbaue und Kraftwerke. Wie soll man ausländisches Kapital zum Zeitpunkt einer solchen Krise in der Welt und auch in Serbien gewinnen, das sich auf der 95. Stelle der Attraktivitätsliste für ausländische Investitionen befindet? Was muss, in diesem Sinne, der Staat noch machen, um seiner  elektro-energetischen Firma zu helfen, auf ihren Füßen zu stehen, und sich zu einem wichtigen regionalen Akteur auf einem immer mehr liberalisierten Strommarkt zu befinden?

Ausländische Direktinvestitionen sind dünn. Es gibt ernsthafte Gründe dazu, im Ausland und besonders in unserem Land. Man braucht erhebliche Verbesserung des Investitionsklimas und geschäftlichen Umfeld im weitesten Sinne. Es sollte so sein – und es ist unwahrscheinlich, nicht nur für EPS, sondern auch für die gesamte Wirtschaft, sowohl für die öffentlichen als auch privaten Sektor, es zu realisieren. Aber zusätzlich zu diesen allgemeinen Not, steht  EPS unter Druck von ihrer spezifischen Zwangslage: unrentables Geschäft und Verluste. Es scheint, dass Ausländer hier schwer mit ihren Investitionen kommen, und in mit Verlusten belasteten EPS überhaupt nicht. Der erste Schritt bei der Erreichung irgendeiner  Art von Verbesserung ist eine realistische Diagnose der Situation zu stellen.

Es gibt keine Entwicklung ohne Energie

Viele reden  über  nachhaltige Entwicklung. Kann EPS und wie, ein wichtiger Teil dieses Programms sein, wenn nach keinem anderen, dann als einen Faktor der Verkehrsinfrastruktur?

Nachhaltige Entwicklung ist unmöglich ohne regelmäßige und zuverlässige Stromversorgung. Damit EPS in den Prozess eine entscheidende und unvermeindliche Rolle spielen könnte, sollte sie selbst nachhaltig gestaltet werden, was jetzt leider, und wahrscheinlich für die absehbare Zukunft, nicht möglich würde. Wie es oft üblich ist, wird die Regierung von ihr mit einer Hand reichlich nhmen, ist aber gezwungen, mit der anderen ihr immer mehr zu geben, um sie am Leben zu halten.

Quelle; Kwh

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